Teams – die wichtigste Leistungseinheit in Unternehmen?

Das zumindest behaupten Katzenbach und Smith, zwei sehr erfahrene McKinsey-Berater in ihrem Buch: Teams – Der Schlüssel zur Hochleistungsorganisation (Ueberreuter, 1993), die jahrelang weltweit Teams begleitet haben, die hochanspruchsvolle Projekte umzusetzen hatten.

In Ihrem Buch beschreiben sie mit einer beeindruckenden Fülle von Details und sehr pragmatisch, was ein Hochleistungsteam ist und wie man dieses formt. In unsere Arbeit mit Teams fliessen auch die Erkenntnisse dieser Studien ein.

Auch der Ansatz der “lernenden Organisation” von Peter Senge vom MIT, ein Konzept, das in den 90er-Jahren weltweit diskutiert und in Unternehmen auch in die Organisationsentwicklung Eingang gefunden hat (vgl. z.B. die Übersicht hier) ist “Teamlernen” eine von 5 Disziplinen, die in erfolgreichen Unternehmen als Disziplin zu lernen wäre.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wie ticken die Be”Klopp”ten?

Dort, wo die BVB-Spieler jedenTag vorbeigehen, um sich für’s Training vorzubereiten, sind die Regeln, an die sich alle halten, nach denen die Ballkünstler ticken – tituliert mit “Unser Versprechen” – in einem Schaukasten an der Wand angebracht.

Dieses Versprechen lautet:

Unser Versprechen

  • Bedingungsloser Einsatz
  • Leidenschaftliche Besessenheit
  • Zielstrebigkeit unabhängig vom Spielverlauf
  • Jeden zu unterstützen
  • Sich helfen zu lassen
  • Jeder stellt seine Qualität zu 100% in den Dienst der Mannschaft
  • Jeder übernimmt Verantwortung

Das sind dann wohl die Kloppschen Werte. Und scheint so, als hätte er es geschafft, diese Werte mit seiner Mannschaft Realität werden zu lassen. Ein Spiel in 4 Minuten zu drehen –  und das in der Nachspielzeit – ist eine beeindruckende Demonstration des 3. Versprechens. Und natürlich auch aller anderen Versprechen.

Übertragen auf Unternehmen – und der BVB ist ja tatsächlich ein – sogar börsennotiertes – Sportunternehmen, könnte man hier von “gelebter Leistungskultur sprechen. Und diese wird von Führungskräften geprägt und von deren Mitarbeitern gelebt.

Leistungskultur ist eine Frage der durchgängigen strategischen Ausrichtung des HR-Managements (Personalentwicklung), natürlich auch eine Frage des Menschenbilds, der Werte und der Überzeugungen, die sich in einem Unternehmen implizit über Führungsprozesse und sehr wohl auch die Führungsspitze vermitteln und explizit in einer HR-Strategie entwickelt und konsequent evaluiert werden.

Ist z.B. “Leistung aus Leidenschaft” nur ein Claim, ein Slogan oder wird dessen konkrete Ausgestaltung bewusst in der Organisation gelebt. Heute Abend werden das wieder erleben und auch hoffentlich im Ergebnis sehen können.

Wer dem Thema noch ein etwas nachgehen möchte, kann hier klicken.

Themenportal Leistungskultur

Die Entwicklung einer Leistungskultur ist ein permanenter Change-Prozess. Sprechen wir drüber.

Und ein anregendes, sehr aktuelles Interview zum Thema Führung, Leistung, Verantwortung lesen Sie hier.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wie be”kloppt” sind Führungskräfte?

Irgendetwas muss Jürgen Klopp richtig machen. Da kann man zu seiner “Haartransplantation” stehen, wie man will.

Was sich da gestern in Dortmund wieder abgespielt hat, war eine neuerliche Demonstration reinster intrinsischer Motivation, absolute Lust auf Leistung und eine Freude am “Wir”, die für mich schon etwas Unwiderstehliches hat. Und der beste Beweis ist die Manier, mit der dieses Team die sog. “Galaktischen” mit 4:1 geschlagen hat.

In der letzten Woche war im Fernsehen eine Dokumentation von Jürgen Klopp zu sehen und dort war einiges zu erfahren, aus dem Munde des ‘Meistertrainers’ selbst, das Aufschluss darüber gibt, wie be”kloppt” man sein muss, um so erfolgreich zu sein.

Er spricht u.a. davon, dass es darauf ankommt, Werte zu respektieren, er sprichtvon Zuversicht vermitteln, von Demut angesichts des Glücks, des Erfolgs der ihm widerfahren ist. So bezeichnet er den hymnischen Abschied und die ihm gezeigte Verehrung authentisch als “im Ansatz komplett übertrieben”. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Führen mit Charisma

Charisma, ein Begriff, der in letzter Zeit immer häufiger auftaucht, ist, übertragen auf Führung ein komplexer sozialer Prozess, eine Interaktion zwischen 2 Menschen oder auch zwischen einem Menschen und einer beliebig großen Gruppe, wo ein starker, vor allem auch emotionaler Kontakt aufgebaut und gehalten wird und es der charismatischen Persönlichkeit gelingt, diesen auch zu Zwecken der Gefolgschaft zu nutzen.

Dieser soziale Vorgang weckt gerade in Deutschland immer noch auch furchtbare Assoziationen an eine Zeit, wo Millionen Menschen dieser sozialen Einflussnahme erlagen und an der kollektiven Katastrophe des 2. Weltkriegs auch als eigentlich schon alles zu Ende war, noch geradezu begeistert mitwirkten. Wer das Schauerliche nochmals nachvollziehen möchte, kann das hier tun:  (Goebbels “Sportpalast-Rede im Auszug).

Nicht ganz so dunkel, aber ebenfalls im Sinne der Ziele der Gemeinschaft bzw. des Unternehmens ein zweifelhaftes Beispiel von Charisma bietet der frühere Opel- und dann VW-Manager Ignacio Lopez, von dessen Leuten erzählt wurde, Sie trugen ihre Armbanduhren am rechten Handgelenk im Sinne der Gefolgschaft als eine “verschworene” Gemeinschaft. Hier ein Spielgelartikel aus jener Zeit.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Der Mensch macht den Unterschied …

… oder wie ernst nehmen es deutsche Unternehmen mit der Qualität von Führung.

In der FAZ.net vom Dezmeber 2012 ist unter dem Titel: “In Deutschland führen die falschen” vor dem Hintergrund des Desasters bei Thyssen Krupp ganz allgemein gefragt, wie es um Qualität der Führung in Unternehmen bestellt ist.

Eine dort zitierte Studie der Universität Osnabrück deckt auf, dass offensichtlich immer erst das operative Ergebnis kommt und dann der Mensch, sprich: das Führungsverhalten. 82% der Unternehmen positionieren sich so, indem Führungsfehler nicht sanktioniert werden, wenn das Ergebnis stimmt. Vordergründig nachvollziehbar. Was das mittel- bis langfristig bedeutet, wenn Menschen demotiviert sind bzw. werden – das nämlich meint “fehlerhaftes Führungsverhalten” in letzter Konsequenz – wissen alle, die verantwortlich im HR-Managment gestalten: Fluktuation, Krankheit – physisch wie psychisch, verminderter Leistungswille, schwindende Bindung ans Unternehmen usw. Das kostet alles richtig Geld. Es hat nur noch niemand konsequent mit dem kurzfristig erreichten operativen Ergebnis gegengerechnet. Nachhaltigkeit – Woran denken Sie da noch?

Ein besonders exponiertes Beispiel für desaströses Führungsverhalten gab der Finanzminister vor versammelter Presse als er seinen Sprechen, Michael Offer, wegen fehlender Zahlen “kritisierte”:
„Herr Offer, reden Sie nicht, sorgen Sie dafür, dass die Zahlen jetzt verteilt werden“, und: „Wir warten noch, bis der Offer da ist, er soll den Scherbenhaufen schon selber genießen.“

Einige interessante Thesen darüber, wie es um Führung bestellt ist, lesen Sie auch hier.

Es ist für Unternehmen immer die richtige Zeit, über die Bedeutung und die Pflege des “Investments Führung” nachzudenken. Denn wer macht langfristig den Unterschied, rhetorisch gefragt?

Es bedarf nur einiger weniger Fragen, um das Nachdenken über Führung immer wieder anzuregen. Fragen, die Sie mit einem eindeutigen Ja beantworten können sollten, damit das, was den Unterschied macht – der Mensch – wirklich den Unterschied machen kann.

Hier die Fragen:

Wissen Ihre Mitarbeiter, was sie tun sollen?
Wollen Ihre Mitarbeiterinnen, was sie tun sollen?
Können Ihre Mitarbeiter, was sie sollen?
Dürfen Ihre Mitarbeiterinnen, was sie sollen?
Dürfen Ihre Mitarbeiter, was sie können?

Zwischen diesen Fragen entfaltet sich das gesamte Tableau wirksamen Führens und der Entwicklung menschlicher Potenziale; und natürlich auch vielfältige Ansprüche und Anforderungen an Führungskompetenz.

Wie bewusst und wie strategisch wird in Ihrem Unternehmen mit diesen Fragen gearbeitet? Und darüber hinaus:

Nach welchen gemeinsamen Vorstellungen und Grundsätzen der Organisation und der Umsetzung wird Führung entwickelt (Führungskultur).

Sprechen wir drüber:
http://www.fuehrungstraining-workforchange.de/die-leistungen/fuehrung.html
http://www.fuehrungstraining-workforchange.de/startseite/wie-funktioniert-veraenderung.html

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Noch ein Nachschlag zum Thema “Burn-Out”

Hier eine sehr gute Darstellung des Themas – empfohlen von einer lieben Kollegin

Broschüre

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wege aus der Burn-Out-Falle

Burn-Out – was ist dran an diesem Begriff, den immer mehr Menschen im Munde führen, wenn Sie sich “ausgebrannt” fühlen. “Ich glaube, ich hab’ nen Burn-Out”! Wie ernst ist so etwas zu nehmen? Ist das Jammern? Macht sich da jemand wichtig?…

Fact ist, dass “Burn-Out” als Ergebnis eines mentalen, physischen und psychischen Erschöpfungsprozesses, der manchmal sogar im Suizid endet, in letzter Zeit in alarmierender Weise zugenommen hat und die Zahlen weiter steigen. Hier nur einige Quellen aus dem Netz als Ergebnis einer Ad-Hoc-Google-Suche:

Ein Artikel aus der Zeit online, Juni 2012, Burn-Out-Kosten

Die Welt, Mai 2013: 5,6 Mrd. Burn-Out-kosten jährlich

Spiegel online vom 24.11.2011 mit vielen Fakten

Zeit online Mai 20110: Ausgebrannt und ausgemustert

Institut der deutschen Wirtschaft, September 2011

Was läuft hier schief in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft? Wer hat hier welche Verantwortung? Es darf doch nicht sein, dass immer Mensch Menschen mitten im Wohlstandsparadies psychisch erkranken, weil sie mit den Herausforderungen des modernen Lebens in unserer Leistungsgesellschaft nicht mehr klar kommen.

Dabei weist der Begriff “Leistungsgesellschaft” vielleicht schon in die richtige Richtung. Da ist etwas aus der Balance geraten. Da hat sich gesellschaftlich schleichend – und mittlerweile vielleicht sogar galoppierend – etwas gewandelt.

Was ist zu tun? Wer kann bzw. sollte hier was tun?

Es soll hier nicht der Politik das Wort geredet werden. Diese Prozesse sind nicht leicht zu beeinflussen.

Jede/r einzelne kann aber, wenn er/sie sich intensiv mit dem Thema befasst, seine eigene/ihre Burn-Out Kompetenz überprüfen und sich Gestaltungsmöglichkeiten erschließen, wie er/sie mit den Anforderungen des Alltags immer besser umgeht mit dem Ziel, das eigene Leben erfüllt, produktiv und mit Freude zu leben.

Mehr erfahren Sie hier:
Wege aus der Burn-Out-Falle
Resilienz – mentale und psychische Flexibilität

Die Kraft des Frühlings

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Persönlicher “Change” – eine Frage der inneren Haltung

“Anfänger-Geist” ist unser ursprünglicher Geist, ein wirklich
leerer und vollkommener Geist.
Wenn unser Geist leer ist, ist er für alles bereit,
ist er für alles offen.
Im Anfänger-Geist liegen viele Möglichkeiten,
in dem des Experten wenige …
Im Anfänger-Geist gibt es den Gedanken: “Ich habe etwas erreicht” nicht.
Alle selbstzentrierten Gedanken beschränken unseren grenzenlosen Geist.
Wenn wir keine Vorstellung von Leistung,
keinen Gedanken eines Selbst haben,
sind wir wahre Anfänger. Dann könnten wir
wirklich etwas lernen.

Zen-Meister Shunryu Suzuki-roshi

http://de.wikipedia.org/wiki/Suzuki_Shunryū

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wie Sie mit Geld bzw. extrinsischer Motivation intrinsische Motivation untergraben

Die folgende Geschichte, die ich irgendwo entdeckt habe und dankbar bin, wenn jemand die Quelle nennen kann, zeigt auf frappierende Weise, wie durch extrinsische Motivation zuvor intrinsische Motivation untergraben werden kann.

Wenn Sie das ausprobieren wollen, dann ist das sehr einfach. Das Muster geht folgendermassen: Geben Sie jemandem, der etwas aus “innerem Antrieb heraus”, also mit Begeisterung, tut, dafür Geld als Anerkennung. Halten Sie den Geldbetrag einige Male stabil und gehen dann von heute auf morgen mit der Bezahlung runter.
Dann wird das gleiche geschehen, wie in der Geschichte hier.

Motivation von innen und Motivierung von außen

Ein alter Mann wurde täglich von den Nachbarskindern gehänselt und beschimpft. Eines Tages griff er zu einer List. Er bot den Kindern 50 Cent an, wenn sie am nächsten Tag wieder kamen und ihre Beschimpfungen wiederholten. Die Kinder kamen, ärgerten ihn und holten sich dafür 50 Cent  ab.

Und wieder versprach der alte Mann:
Wenn ihr morgen wiederkommt, dann gebe ich euch 50 Cent.
Und wieder kamen die Kinder und beschimpften ihn gegen Bezahlung. Als der alte Mann sie aufforderte ihn auch am nächsten Tag diesmal allerdings gegen 20 Cent, zu ärgern, empörten sich die Kinder: Für so wenig Geld wollten sie ihn nicht beschimpfen. Von da an hatte der alte Mann seine Ruhe.

Clever, oder?

Für Unternehmen ist diese Binsenweisheit aus der Motivationspsychologie von größter Bedeutung. Nochmals zusammengefasst die Psychologik, die hier wirkt.

Die Motivation, die wir als Spezies Mensch quasi in unserer DNA haben, ist die “intrinsische Motivation”, das – wie ich das gerne nenne – innere Feuer, dass immer lodert und uns existenziell mitgegeben ist. Wir wollen nicht nur dabei sein, sondern unseren Beitrag leisten. Wir brauchen eine Antwort auf die Frage, warum wir hier sind, was denn Sinn macht. Sinn ist eine spezifisch menschliche Kategorie und durch eigenes Handeln Wirkung und Anerkennung zu erzielen, ist vielleicht der stärkste Antrieb für Lernen.

Wenn es nicht gelingt, Handlungsenergie aus dem inneren Feuer heraus zu mobilisieren, dann versuchen wir durch äußere Reize und Belohnungen gewünschte Handlungsresultate zu erreichen. Den “sogenannten” inneren Schweinehund konstruieren wir uns, um den Mangel an intrinsischer Motivation nicht spüren zu müssen. Wenn wir Zugang zu dieser Energiequelle haben, brauchen wir dieses Konstrukt nicht.

In Unternehmen sollte das Verhältnis von extrinsischer und intrinsischer Motivation sehr sensibel wahrgenommen werden, denn nicht nur, dass extrinsische Motivation teuer ist, sie korrumpiert – falsch eingesetzt – die intrinsische Motivation – wie die Geschichte oben zeigt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar